Was ist Neurogogik

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum, in dem wir uns Entscheiden können (Frankl).

Neurogogik verfolgt das Ziel, Personen bei der Erweiterung dieses „Raumes“ zu unterstützen.
Neurogogik verfolgt ein konsequent neurobiologisches Verständnis und wirkt als neuropädagogischer, Entwicklung begleitender Beratungsansatz und eröffnet neue Wege um mit herausfordernden Verhalten umzugehen und zu verändern.
Der Begriff Neurogogik ist ein Kunstwort (neuro=das Nervensystem und (päda-)gogik= Menschen anleiten, begleiten). Neurogogik versteht sich an der Schnittstellt von Pädagogik zu Therapie.

neurogogik.ch

Neues Verständnis für neue Handlungsansätze

Neurowissenschaft erforscht – Neuroedukation erklärt – Neurogogik begleitet Veränderung

  • Neurogogik versteht Verhalten konsequent neurobiologisch, Beziehungs- und Kontextbezogen
  • Neurogogik bezieht den Stand der Hirnentwicklung in die Problemlösung mit ein (Das Gehirn ist erst mit 25! Jahren voll entwickelt)
  • Neurogogik setzt sich ein, damit maladaptive Verhalten aufgrund sozialer Thematiken nicht fälschlicherweise pathologisiert werden
  • Neurogogik geht davon aus, dass destruktive Verhaltensmuster (neuroplastisch) verändert werden können
  • Neurogogik sieht, dass professionelle der sozialen Arbeit neue Erklär- und Handlungsansätze benötigen

Neurogogik steckt in den Kinderschuhen. Entstanden aus einem Gefühl der Notwendigkeit, bekannte theoretische und praktische Ansätze unter einem Begriff zusammen zu fassen und in eine methodische Form zu giessen.
Das Ziel: Ein „neues“ Verständnis von (maladaptiven) Verhalten und daraus resultierend neue Handlungskompetenzen.

Neurogogik ist neu. Neurogogik will sich entwickeln. Neurogogik gibt Antworten für den Umgang mit herausfordernden Verhalten.

Grundverständnis von Neurogogik

Unvorteilhafte, „unangepasste“, sogenannte maladaptive Verhaltensmuster sind angelernte Schutzreaktionen gegenüber Umwelteinflüssen, welche in einem anderen Beziehungskontext nicht notwendig sind.

„Maladaptiv“ beschreibt Verhaltensweisen oder Anpassungsstrategien, die kurzfristig Erleichterung verschaffen, langfristig jedoch schädlich oder dysfunktional sind. Der Begriff leitet sich vom lateinischen adaptare (anpassen) und der Vorsilbe mal (schlecht/falsch) ab, was wörtlich „Fehlanpassung“ bedeute.

Solche Verhalten werden aufgrund Fehlinterpretationen des Gehirns aufrecht erhalten und versetzen den Körper in eine unangemessene Alarmbereitschaft und damit in erhöhte emotionale Aktivität. Dies führt zu wiederkehrenden Schutz- und Abwehrverhalten mit dem Ziel innere Ruhe und Kontrolle wieder herzustellen.
Neurogigik.ch stellt solche „neuroplastische“ (veränderbaren) Verhalten ins Zentrum. Also Verhalten, welche nicht auf einen pathologischen Umstand zurückzuführen sind, sondern vom Gehirn fehlinterpretiert und als fehlverhalten oder nicht situationsadäquates (maladaptives) Verhalten erlebt werden und pädagogisch angegangen werden können.

Diese Unterscheidung bei Verhalten stellt eine äusserst wichtige Erkenntnis für die professionelle pädagogische Arbeit dar.

Wie funktioniert Neurogogik

Beziehungsfokussiert:
Zum einen wird die Beziehungsgestaltung zwischen Kind, Bezugsperson und Umfeld systematisch beleuchtet und berücksichtigt. Zum anderen fliesst die emotionale Verfassung – gestützt auf ein neurobiologisches Verständnis – differenziert in die pädagogische Arbeit ein. Auch sollen Verhalten nicht fälschlicherweise pathologisiert werden um von therapeutischen Massnahmen profitieren zu können.

Individualisiert:
Durch gezielte Arbeit an Sicherheitsbedürfnissen, der Körperwahrnehmung (Achtsamkeitstraining) und der emotionalen Regulation, kann das Nervensystem sich entspannen. Diese Entspannung ist Grundvoraussetzung für neue Erfahrungen und um Angstprogramme oder Abwehrverhalten zu verändern.

Nervenzentriert:
In der Neurogogik geht es somit darum, ein über aktiviertes Nervensystem zu beruhigen und unnötige wie auch belastende Schutzreaktionen zu verlernen. Stets im spielerischen Spannungsfeld zwischen der Komfort- zur Risikozone und unter Berücksichtigung systembedingten Voraussetzungen.

Systemwirksam:
Das System, bestehend aus relevanten Bezugspersonen des Alltags, werden als wichtige Rollenmodelle verstanden. Im Idealfall gelingt es auch diese in den Prozess der Verhaltensveränderung mit einzubeziehen. Im schlechteren Fall müssen gezielte Schutzverhalten gefördert werden. Dabei wird auf die situative Notwendigkeit geachtet und diese transparent gemacht.

Der Fokus bei Neurogogik liegt auf:

→ neurologische und biografische Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen →eigne Verhalten und Emotionen zu beobachten und regulieren zu lernen → neue Handlungsideen zu entwickeln → neue Handlungsmuster einzuüben, zu überprüfen, weiterzuführen →mit dem Ziel negative Stressemotionen nachhaltig zu überschreiben

Neurogogik arbeitet ohne pathologische Diagnostik, ohne therapeutische Techniken und ohne Behandlung psychischer Störungen. Es ist klar von therapeutischen Massnahmen getrennt, ist alltagsorientiert und pädagogisch.